Gewaltschutz in der Eingliederungshilfe
Menschen mit Behinderung gehören zu den Personen, die die geringste Möglichkeit zur Selbstbestimmung haben. In Deutschland leben etwa 200.000 erwachsene Menschen mit Behinderungen in Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe. Rund 330.000 sind in Werkstätten beschäftigt. Auch das Schulsystem ist längst nicht allen Schüler*innen mit Behinderung zugänglich. Behinderte Menschen halten sich deshalb oft ihr ganzes Leben lang fern von der Mehrheitsgesellschaft.
Gewaltschutz in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete
Der Alltag in Gemeinschaftsunterkünften ist meist turbulent. Viele Menschen leben auf engem Raum zusammen, alle haben schwere Erlebnisse hinter sich. Auch wenn man dies Menschen oft direkt nicht anmerkt, wirkt es in die Einrichtung hinein: Trauer über den Verlust von Heimat und Angehörigen, Sorge vor der ungewissen Zukunft, räumliche Enge und wenig Selbstbestimmung können kritische Situationen hervorbringen.
Ableismus - Buchrezension
„Ableismus beschreibt, wie Sexismus und Rassismus, ein System von Praktiken, Institutionen, Glaubensbildern und Werten (...). Ableismus ist ein System, das die einen Menschen, welche zur sogenannten ‚Norm‘ gehören, einschließt und andere ausschließt und zu den unsichtbaren ‚Anderen‘ erklärt. Ableismus leitet sich von dem englischen Wort ‚able‘ ab, welches ‚fähig‘ bedeutet. Fähigkeiten, die als essenziell angesehen werden, werden gezielt hervorgehoben und gleichzeitig wird bewertet, wie Fähigkeiten aussehen müssen, um als ‚nichtbehindert‘ kategorisiert zu werden.“
Internationales Recht und seine Auswirkungen auf die Einrichtungen im Sozialwesen
Internationale Regelwerke spielen eine bedeutsame Rolle in den deutschen Gesetzen und Vorschriften für den Umgang mit Empfänger*innen sozialer Unterstützung. Die direkte Umsetzung dieser Regelwerke in eine tatsächliche Verbesserung der konkreten Lebensrealität ist oftmals zäh.
Soziale Arbeit & Menschenrechte
In den 1990er Jahren sorgte ein Aufsatz mit dem Titel „Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession“ für Aufsehen. Verfasst von der Schweizer Professorin Silvia Staub-Bernasconi, plädiert er dafür, das Doppelmandat der Sozialen Arbeit – Kontrolle und Fürsorge – um ein drittes Mandat zu ergänzen: die Menschenrechtsdimension.
Gewaltschutzkonzepte zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Dramatische Gewaltvorfälle in Einrichtungen des Sozialwesens und in Unterkünften für Geflüchtete geraten immer häufiger in die Öffentlichkeit und das Thema Gewaltschutz ist in aller Munde. Einrichtungen der Eingliederungshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe, sowie Gemeinschaftseinrichtungen Geflüchtete sind mit einer Vielzahl von Anforderungen und Handlungsempfehlungen konfrontiert, wie Gewaltschutz zu implementieren sei.
Kommunale Unterbringung von Geflüchteten – ein Neudenken von Gewaltschutz?
Vor einiger Zeit besuchte ich einen Fachtag mit dem Titel „Kommunale Schutzkonzepte für die Unterbringung von Geflüchteten – Ansätze zur strukturellen Verankerung und effektiven Umsetzung“. Veranstaltet wurde dieser Tag von der Servicestelle Gewaltschutz, einer vom BMFSFJ geförderten Initiative zur Umsetzung des Gewaltschutzes in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete. Durch die „Bundesinitiative zum Schutz geflüchteter Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ der Servicestelle Gewaltschutz wurde ich vor einigen Jahren zur Gewaltschutzkoordinatorin, einer Tätigkeit, die viele meiner beruflichen und privaten Interessen zusammenführte.